Zurück zur Übersicht        Brief von Eric an den Nikolaus   

Unsere „Arbeit“ an den Kinderbriefen:


Kinderbriefe an den Nikolaus werden im Nikolauspostamt beantwortet.


Jedes Jahr erhalten wir vom Team des Nikolauspostamtes in St. Nikolaus weit über 18.000 Briefe die an den Nikolaus gesendet wurden.
Sei es von einem Kind, oder von einem Elternteil für das Kind, von Geschwistern, der Oma, einer Schulklasse oder Kindergarten, Erwachsenen und und und.
Unser Ziel ist es, dass jeder Brief an den Nikolaus auch beantwortet wird.
Damit das auch klappt, haben wir für den Nikolaus und seine 30 ehrenamtlichen Helfern acht verschiedene Antwortschreiben in Deutsch und jeweils eine Antwort in französischer, englischer, spanischer, russischer, polnischer und italienischer Sprache bereits vorab gefertigt. So unterschiedlich die Absender so unterschiedlich auch der Inhalt der Briefe. Neben fröhlichen Grüßen an den Nikolaus und zum Teil sehr detaillierten Wunschlisten für Weihnachten gibt es auch eine nicht geringe Anzahl an Schreiben, die Sorgen und Nöten ausdrücken.
In den vorgefertigten Antwortschreiben geht der Nikolaus darauf ein, ob z.B. ein Kind ihm ein Bild gemalt, einen Wunschzettel geschrieben, seine Adresse mit dem Weihnachtsmann verwechselt, ihm einfach Grüße gesendet hat, oder jemand einem Kind einen Brief schicken möchte.

Sind die Briefe besonders originell oder hat sich ein Kind viel Mühe gegeben, wird noch eine kindgerechte Geschichte in den Antwortbrief gelegt. Ein kreatives Faltheft, Leporello, mit Geschichten, Ausmalbilder und Rezepten erhält immer jedes Kind.
Ist der Inhalt eines Briefes allerdings leidvoll oder werden traurige Schicksale geschildert, benutzen wir keine Vordrucke. Möglicherweise offenbaren die Kinder dem Nikolaus schriftlich ihre Sorgen, über die sie sonst mit niemandem reden können oder wollen.
Diese Briefe werden dann auch handschriftlich und einfühlsam beantwortet.
Oft sind Schulprobleme, Liebeskummer, Geldsorgen, Streit der Eltern oder schwere Krankheiten in der Familie die bewegenden Themen. Das Briefpapier entwerfen wir jedes Jahr aufs Neue selbst. Wenn der erste Entwurf steht, dann wird auch an einer Geschichte gebastelt, die dazu passt.
Nicht selten benutzen wir dazu auch mal eine der spannenden Nikolauslegenden.
Nach dem Entwurf und der Geschichte oder Legende kommt jetzt der schwierigste Teil: Der Entwurf des Sonderstempels.
Alle drei wichtigen Teile müssen nun zu einer Einheit geschmiedet werden, diese Besonderheit hat auch regen Widerhall bei Sammlern hervorgerufen, denn jedes Jahr arbeiten wir mit viel Liebe und Hingabe an diesem Rahmen für die Antwortschreiben der Kinderbriefe.
Die aktuellen Weihnachtsmarken, die uns die Deutsche Post zur Verfügung stellt, runden das Gesamtbild des Antwortbriefes vom Nikolaus ab.


Die beantworteten und frankierten Kinderbriefe landen dann auf dem Schreibtisch des Nikolauses im Weihnachtspostamt.
Auch hier stempeln ehrenamtliche Helfer und natürlich auch mal der Nikolaus persönlich den Nikolaus-Sonderstempel und entwerten damit dekorativ die Briefmarken.
Dieser besondere Stempel wird erstmals am 5. Dezember eines jeden Jahres im Weihnachtspostamt St. Nikolaus gestempelt.
An diesem Tag werden also auch erst die ersten Antwortschreiben an die Kinder versendet.Ein Postbote nimmt die roten Kisten mit der Aufschrift „Sonderpostamt“ mit den vielen Schreiben entgegen und bringt diese nach Saarbrücken ins Briefzentrum.
Dort werden sie nach Postleitzahlen sortiert und über Nacht zu den Bestimmungsorten gebracht.
Ein Briefträger wirft sie dann i. d. R. am nächsten Tag den Kindern in den Briefkasten.


So wie auch in dem Fall des kleinen Erics aus Rade bei Rendsburg:
 


Als Eric dem Nikolaus einen Brief schrieb.

Der achtjährige Eric ist gerade in die zweite Schulklasse gekommen und wohnt in dem kleinen Örtchen Rade bei Rendsburg in Schleswig Holstein.
Auch in diesem Jahr hat er wieder einen Brief an den Nikolaus in St. Nikolaus im Warndt geschrieben. Das besondere, er konnte diesmal alle Buchstaben selbst schreiben und brauchte nicht den vorgeschriebene Text seiner Eltern „abmalen“. Darauf ist er sehr stolz.
Als er noch keine Buchstaben kannte, hat er dem Nikolaus immer ein schönes Bild gemalt und jedes Mal eine Antwort vom Nikolaus erhalten. Mittlerweile hat er schon viele Briefe vom Nikolaus aus dem Warndt erhalten, die er in einer kleinen „Schatzkiste“ in seinem Schrank aufbewahrt.

Der Brief mit seinen lieben Grüßen an den bärtigen Mann war gerade fertig geworden, als er umgehend auf sein Fahrrad stieg und zum nächstgelegenen Briefkasten fuhr und ihn dann einwarf.
Er las noch die Abholzeiten am Briefkasten, sah das er morgen geleert wird und kehrte aufgeregt nach Hause zurück.
Dieses Jahr hat er sich nämlich etwas Besonderes einfallen lassen. Nicht nur, dass seine Eltern nicht wussten, dass er wieder einen Brief an den Nikolaus geschrieben hat, sie konnten auch nicht wissen, dass er den Nikolaus gebeten hatte, auch seinen Eltern einen Brief zu schicken. Daher grinste er den ganzen Abend und seine Eltern schauten ihn nur verwundert an und freuten sich, denn dadurch war der Abend fröhlicher und harmonischer geworden.

Am nächsten Tag pünktlich zur angegebenen Entleerungszeit stand Eric wieder an „seinem“ Briefkasten und wartete auf den Postboten. Der kam auch pünktlich mit seinem Postauto an und grüßte ihn: „Hallo Eric, alles klar bei Dir? Warum wartest du hier auf mich?“
Eric antwortete: „Ich schaue nach, ob mein Brief noch im Briefkasten liegt. Ich habe nämlich gestern dem Nikolaus geschrieben“.
„Oh toll“, erwiderte der Postbote. Da schauen wir doch gleich mal gemeinsam nach.
Und tatsächlich, der Brief lag unversehrt im Postkasten. Es war eindeutig sein Brief. Verziert mit Sternen, einem Tannenbaum und einem selbst gemalten Weckmann auf dem Kuvert. Eric freute sich.

„Was passiert nun mit dem Brief?“ fragte Eric den Postboten gespannt.
„Deinen Brief bringe ich nun persönlich mit all den anderen Briefen aus den vielen anderen Briefkästen in das große Briefzentrum nach Kiel“.

„Und was geschieht dann mit meinem Brief?“
„Im Briefzentrum Kiel wird Dein Brief mit vielen anderen nach der Postleitzahl sortiert und verteilt. Das machen große Maschinen, die fast alle handschriftlich geschriebenen Adressen lesen können. Also auch bestimmt Deine an den Nikolaus. Wenn ein Kind die Postleitzahl der Adresse an den Nikolaus nicht kennt und es nur: „An den Nikolaus“ schreibt, dann verteilen Arbeiter die Briefe, die wissen genau, dass der Nikolaus in 66351 St. Nikolaus wohnt und schicken die Briefe dorthin. Dein Brief liegt dann in einer großen gelben Kiste mit noch vielen anderen Briefen, die auch nach 66, die ersten beiden Zahlen der Postleitzahl, gehen. Das Briefzentrum in Saarbrücken, Saarland, ist das Ziel der Post.

Also fährt ein Fahrer der Post spät abends von Kiel nach Frankfurt. Dort treffen sich in der Nacht viele LKW-Fahrer und die tauschen die Post untereinander aus. Das heißt, ein Fahrer aus Saarbrücken nimmt die Kisten auch aus Kiel mit Deinem Brief mit und selbst gibt er zum Beispiel Briefe aus dem Saarland für die Postleitzahl 23, also Kiel dem Fahrer mit. Der LKW fährt dann sogleich weiter ins Saarland.

Im Briefzentrum Saarbrücken warten schon alle Postler darauf die Briefe noch in der selben Nacht zu den Briefträgern, so wie ich einer bin, zu bringen. Der zuständige Briefträger für den Nikolaus beginnt seine Tour in Großrosseln. Von dort macht sich dann der Briefträger in den frühen Morgenstunden, wenn du noch schläfst, auf nach St. Nikolaus und stellt Deinen Brief dem Nikolaus zu.“

Und so landet der Brief vom kleinen Eric aus Rendsburg 610 Km weiter südlich beim Nikolaus auf dem Schreibtisch.

Der freut sich über seinen „Stammkunden“ und schaut gleich schon mal nach wie toll  Eric schon Schreiben kann und welch tolle Bilder er auf das Papier und das Kuvert gemalt hat.  Dann macht der Nikolaus sich daran den Brief ganz schnell zu beantworten und ihn loszuschicken.

Eric ist gerade in seine Hausaufgaben vertieft, als die Türklingel läutet. „Nanu, wer kann das sein?“, fragte er sich. „Schau doch mal nach“ erwiderte seine Mutter, schon ahnend, dass es der Briefträger ist.
„Mami, Mami, es ist der Briefträger und hält einen Brief vom Nikolaus in der Hand“.
Eric öffnete schnell die Tür.
„Hallo Eric, Guten Tag ich habe hier einen Brief vom Nikolaus aus St. Nikolaus für Dich. Er hat Dir also wieder geantwortet“, freute sich selbst der Briefträger. Eric schaut den Briefträger an: „Ist da noch was?“ „Ja“, sagt der Briefträger, „Ich habe auch einen Brief an Deine Eltern dabei:“ Die Mutter von Eric, die die ganze Zeit hinter ihm gestanden hat, staunte nicht schlecht. „Hier ist auch ein Brief an Euch“, der Postbote reichte den Brief an die verdutze Frau weiter.

Eric ging freudestrahlend an den Tisch mit seinen Hausaufgaben zurück und bat seine Mutter den Brief ganz vorsichtig zu öffnen.
„Gib den Brief her“, sagte Eric ungeduldig und las ihn seiner Mutter vor.

Eric las:

Lieber Eric,

heute hältst Du meinen Antwortbrief in Deinen Händen. Ich hoffe, Du freust Dich darüber so, wie ich mich über Deinen Brief und das Bild gefreut habe. Vielleicht denkst Du ja, der Nikolaus hat jetzt in der Vorweihnachtszeit gar keine Zeit alle Briefe zu lesen. Sicherlich habe ich im Moment sehr viel zu tun, aber trotzdem versuche ich jeden Brief zu beantworten. Es ist schön anderen eine Freude zu bereiten. So, wie jetzt auch Dir!

 

Auf dem Stempel siehst Du, wie ich jeden Tag in meiner Kutsche losfahre, um die ganze Post einzusammeln. Wenn ich dann wieder zu Hause angekommen bin, mache ich mir eine heiße Schokolade und setze mich mit meiner Kuscheldecke in meinen alten Lehnstuhl vor das wärmende Kaminfeuer. So ist es schön gemütlich, wenn ich alle Kinderbriefe lese.

Manchmal muss ich schmunzeln, manchmal sogar laut lachen und bei anderen Briefen werde ich ganz traurig. Dann bete ich für diejenigen, dass Gott Ihnen helfen möge. Auch Du hast mir einen wunderschönen Brief geschrieben. Als ich ihn gelesen habe, wurde mir ganz warm ums Herz. Ich muss sagen, ich bin sehr stolz auf Dich. Ich habe ihn sofort über mein Kamin gehängt. Dort hat Dein Brief jetzt einen Ehrenplatz. Jedes Mal, wenn ich abends heimkomme und meine heiße Schokolade schlürfe, sehe ich ihn und denke an Dich. Wenn Du hier wärst, könntest Du meine Augen leuchten sehen!

 

Ich danke Dir noch mal von ganzen Herzen, dass Du mir so ein schönes Geschenk gemacht hast. Ich wünsche Dir und allen die Du liebst, eine spannende

Adventszeit, ein besinnliches Weihnachtsfest und

ein gutes neues Jahr!

 

Dein Nikolaus aus St. Nikolaus.

 

Eric freute sich riesig, nahm seine Filzstifte und fing an die Bilder der beigefügten Faltkarte auszumalen.

"Die schicke ich nächstes Jahr dem Nikolaus. Bestimmt."

Am Abend war der Vater auch da und nun konnte auch der zweite Brief geöffnet werden, wieder wollte Eric den Brief vorlesen und seine Eltern hatten nichts dagegen.

 

Liebe Mama und lieber Papa von Eric,

ich habe einen so schönen Brief von Eric erhalten, dass ich seinem Wunsch aufnahm und Euch ebenfalls einen Brief schreibe. Meiner Meinung nach, braucht Ihr Euch zu Weihnachten nichts schenken, denn das größte Geschenk habt Ihr bereits: Eric.
Jedes Jahr, wenn er mir ein Bild gemalt hat oder einer von Euch ihm beim Schreiben geholfen hat, merkte ich, wie besonders Eric ist, wie er langsam älter wird und Jahr für Jahr mehr lernt und neue Sachen entdeckt. Ich bin selbst ein Entdecker, so dass ich sagen kann, dass er seine Sache wirklich sehr gut macht.
Er wünscht sich einfach nur einen Nikolausbrief für seine Eltern.
So einen schönen Wunsch, so leicht erfüllen zu können, macht mir richtig Freude.
Ich wünsche Euch und vor allem Eric nochmals eine gesegnete Weihnacht sowie fröhliche und besinnliche Feiertage.

 

Euer aller Nikolaus

 

Eric, Mama und Papa schauten sich gegenseitig an. Dann nahmen sie Eric in die Arme und drückten und küssten ihn.
Diesen Tag werden Sie noch lange in Erinnerung behalten.

 

---   Diese Geschichte ist frei erfunden. Sie könnte sich aber in diesem Jahr in dem kleinen Örtchen
Rade bei Rendsburg genauso abgespielt haben.
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