Seit fast 100 Jahren feiert St. Nikolaus den Namenstag seines Schutzpatrons auf besondere Weise. Bereits in den 1920er- und 1930er-Jahren fanden nach dem 5. Dezember umfangreiche Nikolausfeiern statt, an denen die gesamte Dorfgemeinschaft beteiligt war.
Kirchenchor und Theaterverein gestalteten im Gasthaus „Zur Post“ besinnliche und heitere Abende mit Liedern, Aufführungen und geselligem Beisammensein.
Vor dem Zweiten Weltkrieg standen dabei vor allem der Gottesdienst, die Vereinsbeiträge und das gemeinsame Feiern im Ort im Mittelpunkt. Diese Feiern stärkten die Dorfgemeinschaft und brachten zugleich die besondere Verbundenheit der Menschen mit ihrem Schutzpatron, dem heiligen Nikolaus, zum Ausdruck.

Dankbar darüber, dass das Dorf von größeren Kriegsschäden und Übergriffen verschont blieb, gelobten die Bürger, künftig jedes Jahr eine Messe zu Ehren des heiligen Nikolaus zu feiern. An dieses Versprechen erinnert noch heute ein Gedenkstein an der Kirche.
Dieses Ereignis prägte den Nikolaustag in St. Nikolaus nachhaltig und verlieh den Feierlichkeiten in den folgenden Jahren eine besondere Bedeutung.
Ab 1946 richtete die katholische Jugend Nikolausfeiern aus und beschenkte die Kriegswaisen des Dorfes mit selbstgebasteltem Spielzeug.
Ein besonderer Meilenstein war die erste „Weckmänneraktion“ der Lehrerin Gertrud Gauer im Jahr 1954. Da die Aktion großen Anklang fand, übernahm die Gemeinde bereits im folgenden Jahr die Kosten, sodass alle Kinder vom Nikolaus beschenkt werden konnten.
In den folgenden Jahren übernahm die Kulturgemeinde die Gestaltung der Nikolausfeiern. Wie schon vor dem Zweiten Weltkrieg war bald wieder ganz „Nikloos“ mit Eifer dabei. Die Schulkinder umrahmten den Besuch des heiligen Nikolaus mit Liedern und Aufführungen und verliehen dem Fest einen besonders feierlichen Rahmen.
Mit seiner Pferdekutsche zog der Nikolaus Jahr für Jahr durch St. Nikolaus. Ihm folgten zahlreiche begeisterte Kinder, verkleidete Zwerge und der eher gutmütige als furchteinflößende Knecht Ruprecht.
Ab 1956 lud die Gemeinde alle Kinder zu einer gemeinsamen Nikolausfeier ein. Höhepunkt war der Einzug des Nikolaus, der die Geschenke persönlich überreichte. Mit großer Vorfreude warteten die Kinder auf den heiligen Mann, der mit seiner Pferdekutsche durch die Dorfstraßen zog und von seinem Gefolge begleitet wurde. Jahr für Jahr wurde sein Besuch zu einem besonderen Erlebnis für die ganze Dorfgemeinschaft.
Im violetten Bischofsgewand, mit Mitra und Bischofsstab, reitet der Nikolaus auf seinem Pferd oder fährt mit der Kutsche durch die Straßen von St. Nikolaus. Überall strahlen Kinderaugen, während große und kleine Besucher am Wegesrand Spalier stehen und den heiligen Nikolaus begrüßen.
Mit Recht kann man sagen, dass der Nikolaustag seither ein Festtag für das ganze Dorf ist. An den umfangreichen Vorbereitungen nehmen zahlreiche Bürgerinnen und Bürger bis heute regen Anteil.
Nikolauspostamt ©